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Umkultivierung von Aquarienpflanzen

Thema gesperrt
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16:38
6. Juli 2009


admin

Admin

Beiträge 8

1

“Umkultivierung von Aquarienpflanzen”

Viele der im Handel angeboteten Aquarienpflanzen wachsen in der Natur emers (an Land) oder semiemers ( Wurzeln unter Wasser, Rest über Wasser). Sie werden sogar emers produziert, stehen also in den Produktionsstellen über Wasser. Erst kurz bevor sie an uns “Konsumenten” gelangen, werden sie vom Fachhändler unter Wasser gesetzt und so umkultiviert.
Hat man keine Möglichkeit, gleich an emerse Exemplare zu gelangen, und möchte man Wasserpflanze XY aber als Terrarienpflanze, muss man die Pflanze selbst wieder umkultivieren. Das kann sehr aufwendig, manchmal sogar sehr schwierig sein. Aber vor allen Dingen ist es langwierig.
Ich unterscheide zwei Methoden, wie man Aquarienpflanzen wieder zu Terrarienpflanzen machen kann:

1. “Aktive Umkultivierung” – kurz erklärt: man pflanzt mehrere Exemplare gemäss ihrer Bedingungen direkt ins Terrarium. Nun wird es nötig, dass man fast den ganzen Tag anwesend ist und die Pflanze(n) regelmässig mit kalkarmen Wasser besprüht. Gut funktionieren soll auch, wenn man eine Düse einer Beregnungsanlage so installiert oder justiert, dass man diese sp.üh-Arbeit nicht selbst hat. Dennoch muss man mehrmals täglich “das Projekt” überprüfen.
Ebenfalls erfolgreich arbeiten kann man mit sog. Ultraschall-Verneblern, durch die man die Luftfeuchte in einem Terrarium auf 100% steigern kann.

Wer keine Regenanlage oder Nebler besitzt, sollte die Pflanze(n) so schattig als möglich stellen (auch wenn sie als Kultur-Bedingung viel Licht brauchen), da sie sonst natürlich viel zu schnell austrocknen.

Diese Phase dauert je nach Pflanzen-Art unterschiedlich lang, im Extremfall mehrere Wochen. Bei bestimmten Pflanzen sterben die submersen Blätter unweigerlich ab, egal was man tut. Die währenddessen neu austreibenden Jungblätter sind in der Regel schon beim ersten Hinsehen anders, sprich ledrig, fester. Früher oder jetzt kann man die Luftfeuchte herab setzen, soweit bis das gewünschte Millieu des Terrariums wieder hergestellt ist. Die Gewöhnung an stärkeres Licht sollte ebenfalls langsam geschehen…

2. “passive Umkultivierung” – Viele Produzenten liefern ihre Pflanzen in kleinen netzartigen Plastiktöpfen (auch von Heinz in seiner Artbeschreibung “Lecanopteris” erwähnt). Diese sind ideal für unsere Zwecke: man entfernt vorsichtig die Steinwolle und wickelt Moos um die Wurzeln oder füllt den Topf mit nicht-faulender Erde (Torf, Kokoshumus, Zusätze wie Kiesel oder Lavagranulat verhindern Wurzelfäule).
Als Umgebung eignen sich eine Vielzahl von Behältern, transparente sind vorzuziehen. Nimmt man sich eine grössere Anzahl Pflanzen vor, ist ein kleines Aquarium oder Terrarium (hier Lüftungsflächen verkleinern!) gut, möchte man auch optische Reize setzen, sind Glasvasen gut.
Immer ist wichtig, dass Blätter nicht an den Wänden anliegen, da diese so schnell vergammeln.
Oben offene Behälter kann man provisorisch mit Frischhaltefolie bespannen, welche an mehreren Stellen durchlöchert ist (am besten an den durchhängenden Stellen, dass das Transpirationswasser abtropfen kann).

Diese “Installation” kann hell stehen, evtl. wenige Minuten täglich direkt von Sonne bestrahlt werden…wieder je nach Pflanzenart.
Nun füllt man soviel Wasser ein, dass der Wurzelbereich submers steht.

Ab diesem Moment ist im Prinzip die Arbeit getan. Verdunstet zu viel Wasser, schüttet man neues hinzu. Verdunstet zu wenig, schüttet man regelmässig einige Milliliter ab. Empfindliche Pflanzen sollten regelmässig kurz belüftet werden. Gegen Ende kann man den Deckel oder die Folie an einer Stelle offen lassen…. Bald kann man seine neue Terrarienpflanze in ihre neue Umgebung umsetzen oder sie sogar als Zimmerpflanze arrangieren.

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Umkultivierung von Moosen

Eher einfach, aber interessant ist das Experimentieren mit Moosen. Oft unnötig, da viele “spezielle Aquarienmoose” bei uns im Wald schon emers wachsen. Ungeschützte Arten kann man in kleinen Mengen entnehmen und an das Terrarienklima gewöhnen (dazu kommt noch eine extra Bericht).

Um ein neu eingerichtetes Terrarium schnell grün zu bekommen, können -je nach Substrat- Aquarienmoose einfach ausgelegt werden. Faustregel: Je nasser aber heller, desto besser. Schnellwachsende Arten kriechen sogar ganz von selbst aus dem Wasser, z.B. über Wurzeln.
In Umkultivierungsgefässen lassen sich Moose auf z.B. Seram*s oder Lavagranulat auslegen.

Leider sind einige der aquaristisch angebotenen Moose, vor allem Riccia fluitans oder Monosolenium tenerum in der emersen Form sehr langsam wachsend. Hier empfiehlt es sich, gleich die gewünschte Menge zu besorgen und auszubreiten.

Ansonsten sind eigentlich alle angebotenen Moosarten auch zur emersen Kultur geeignet. Interessant ist, dass es nicht viele Liebhaber gibt, die sich mit diesem Thema genauer befasst haben scheinen; oft findet man in Terrarien nur “gewöhnliches Javamoos”…

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Besonderheiten:

- Man kann die “aktive Umkultivierung” als die schnelle, und die “passive Umkultivierung” als die langwierigere bezeichnen.

- Einige Aquarienpflanzen sind in natürlicher Wuchsform Epiphyten. Solche sollten auf Holz gebunden werden oder in besonders durchlässiges Substrat gesetzt werden.
Bei der aktiven Umkultivierung sind die am besten geeigneten Stellen solche, an denen der Wasserteil und Landteil ineinander übergehen (Sumpfbereich) oder ein evtl. vorhandener Wasserlauf oder -Fall.

- In jedem Fall ist es wichtig, dass man sich im Vornherein über die Zielart belesen hat. Einige (wenige) Arten eignen sich nicht zur emersen Kultur.

- Viele Arten bilden nur in emerser oder semiemerser Form Blüten (auch umgekehrt). Obwohl die meisten Blüten eher unscheinbar sind, können sie trotzdem ein faszinierendes Schauspiel werden!

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Links:

http://www.heimbiotop.de/ (Übersicht geeigneter/ungeeigneter Arten)(Leider hat der Betreiber die Seite so aktualisiert, dass es nur noch schwer ist, an komprimierte Information zu gelangen;Man muss sich Zeit nehmen!)

http://maskinu.exblog.jp/i8/ (japanisch, nur Fotos zu gebrauchen)

http://www.aquamoss.net/ (englisch, Bestimmung von aquaristischen Moosen)

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P.S.: Alle Angaben mache ich aus persönlichen Erfahrungen. Für Ergänzungen und Korrekturen bin ich jederzeit offen (einfach eine PN an mich). Wer gerne Fotos beisteuern möchte ist natürlich auch herzlichst willkommen!

Danke für Eure Aufmerksamkeit.

 

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