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Grundwissen Farne

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16:34
6. Juli 2009


admin

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1

Farne sind ein typischer Bestandteil eines dicht bewachsenen tropischen Terrariums. Sie gehören zur Gruppe der Gefässsporenpflanzen (Pteridophyta), vermehren sich also durch Sporen. Meist an den Unterseiten der älteren Wedel befinden sich die Sporangien, welche man als “Samenpakete” verstehen kann. Reife Sporen sind in der Regel hellbraun.

In der Terraristik werden tropische Farne oft als Schattenpflanzen eingesetzt, wobei man deren Lichtbedarf, gerade bei Kunstlicht, nicht unterschätzen darf. Hat man wenig Erfahrung mit trop. Farnen, sollte man sie zuerst mitsamt dem Topf (Achtung: nur ungedüngte Erde!) ins Becken stellen und das Wachstumsverhalten beobachten. Wachsen die jungen Wedel auffällig länger, dünner, heller; sollte man sie an eine hellere Stelle umsetzen. Umgekehrt zeigt sich durch Vertrocknen der Triebspitzen oder Farbveränderungen ein zu heller Standort an.
Ausgenommen weniger xerophyter (trockenheitstoleranter) Farnarten sind die meisten Arten auf viel Feuchtigkeit, tropische Arten zudem auf viel Luftfeuchtigkeit angewiesen. Staunässe solllte dennoch vermieden werden und wird nur von (in Natur) semiemers wachsenden Arten vertragen. Semiemerse Farne wachsen in freier Natur z.B. an und in Wasserfällen, in temporär überfluteten oder austrocknenden Stellen. Solche Arten sind oft sehr anpassungsfähig und lassen sich in nahezu alle Richtungen umkultivieren…
Ein in freier Natur epiphytisch (auf Bäumen) wachsender Farn kann im Terrarium auch in Erde wachsen, auch umgekehrt kann man eigentlich in Erde wachsende Arten/Exemplare aufbinden. Experimente sollten aber erfahreneren Liebhabern vorbehalten sein. Aufgebunden werden Farne am besten mit lebendem oder totem Waldmoos (Achtung Krabbeltiere!), Sphagnummoos oder “Javamoos”. Einige schnell wachsende Arten können sogar einfach “angeheftet” (z.B. mit Blumendraht oder Zahnstocher) werden.

Für den Fortgeschrittenen erwähne ich noch die umganssprachlich Kletterfarne genannten. Diese Arten haben oft behaarte kriechende Rhizome und ungefiederte Wedel (Blätter), auch sukkulente Blätter kommen vor. Diese Arten habe ich persönlich als anspruchsvoller kennen gelernt, sie wachsen langsam und benötigen oft ein schwer zu simulierendes Zusammenspiel an (Luft-)Feuchtigkeit und Licht. Aber sie lassen sich durch Abschneiden eines Rhizomstückes leichter vermehren.
Die Vermehrung durch Sporen ist für den Hobbyisten so gut wie nicht “gewollt” durchführbar. Professionelle Methoden hierzu sind sog. In Vitro – Vermehrungen, für die man Laborbedingungen benötigt.
Farne welche im Terrarium Sporangien bilden, breiten sich aber auch ganz von selbst aus….

Eine kleine Liste mit Beispielen gut geeigneter Farne:

submers/semiemers

Bolbitis heudelottii (”Kongo Wasserfarn”)
Bolbitis heteroclita
Ceratopteris ssp. (”Hornfarne”)
Microsorum pteropus (”Javafarn”)
Trichomanes javanicum (Achtung: nie rein submers pflanzen!)

Boden/ Uferzone

Adiantum ssp. (”Frauenhaarfarne”)
Asplenium adiantum-nigrum
Asplenium aethiopicum
Davallia ssp.
Doryopteris ssp.
Pteris ssp.
Selaginella ssp. (”Moosfarne”; gehören nicht den Farnen zu,  sondern den sonstigen Sporenpflanzen Lycopodiaceae)

Epiphyten

Asplenium antiquum
Asplenium nidus
Microsorum diversifolium
Microsorum thailandicum
Platycerium ssp. (werden schnell sehr groß!)
Polypodium ssp.
Pyrrosia ssp., z.B. longifolia
Huperzia und Lycopodium ssp. (ganz besondere, farnverwandte Sporenpflanzen)

Kletterfarne

Lygodium ssp., z.B. japonicum (aufrecht rankende Spezies -benötigt Rankhilfe)
Microgramma squamulosa
Micrgramma tecta variegata nana
Microgramma ssp.
Pleopeltis ssp.
Pyrrosia lingua
Pyrrosia nummularifolia (Miniaturfarn)
Pyrrosia piloselloides (Miniaturfarn)

Die aufgezählten Arten habe ich alle (ausser Trichomanes javanicum) schon gepflegt oder pflege sie erfolgreich. Sie sind alle über den Handel erwerbbar und als Terrarienpflanzen empfehlenswert.

Für Ergänzungen und Korrekturen bin ich jederzeit offen (einfach eine PN an mich). Wer gerne Fotos beisteuern möchte ist natürlich auch herzlichst willkommen!


Danke für Eure Aufmerksamkeit.

 

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