Von: Anja
Am: 30. Dezember, 2012

Hallo,

ich halte seit Jahren einen kleinen Farn, den ich bei einem Bonsai-Händler entdeckt habe, und über den leider auch er damals nicht mehr wusste, als dass er aus Japan stammen soll. Nun, da wir gerade dabei sind, uns ein Anolis-Becken einzurichten, habe ich ganz nebenbei mehr über meine Lieblingspflanze entdeckt: es handelt sich scheinbar um einen Topf Pyrrosia ssp. (eurer Seite zufolge), möglicherweise aber auch um Lemmaphyllum microphyllum. Meine Frage ist nun: Gibt es Unterscheidungsmerkmale?

Im Moment kümmert die Pflanze, insofern bin ich sehr daran interessiert, mehr herauszubekommen. Ich halte sie in einem Topf, der im Sommer auf einem halbschattigen Balkon steht, ansonsten in einem Erker bei den Orchideen, der Morgenlicht hat. Ich sprühe nach Gefühl und brause bzw. tauche regelmäßig in weichem Wasser. Ich lasse den Topf aber immer zwischendurch gut trocknen.

Wenn es wirklich Pyrrosia ist, dann kann ich das „zickig“ nicht bestätigen – denn die Mühe, Regenwasser zu gießen, mache ich mir seit längerem nicht mehr. Den Farn ins Terrarium umzupflanzen, wäre dann ja vermutlich sinnvoll. Nur: Wie bekomme ich so einen Farn mit möglichst wenig Verlust vom Topf auf einen Ast bzw. Xaxim-Platten? Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen – einstweilen wünsche ich einen guten Start ins Neue Jahr!

Mit freundlichen Grüßen,
Anja

1 Antwort zu “Pyrrosia oder Lemmaphyllum?” (Feed)

  1. Ameise
    Geschrieben am 30. Dezember 2012 um 15:41 Uhr

    Hallo Anja.

    Lemmaphyllum microphyllum ist extrem selten im Handel, wenn nicht garnicht in Deutschland erhältlich. Am ehesten könnte man sich vorstellen, dass er als „Beifang“ zu Bonsaiimporten kam. Ich persönlich habe Lemmaphyllum m. noch nicht in natura gesehen und kann daher auch nichts zur Unterscheidung zu Pyrrosia piloselloides sagen. Wenn der Farn sehr nach P. piloselloides aussieht: Soweit mir bekannt kommt P. piloselloides nicht in Japan vor. Eine andere so aussehende Pyrrosia Art wäre evtl. P. serpens, Synonym von Pyrrosia elaeagnifolia. Diese stammt aus Neuseeland.

    Egal ob es Lemmaphyllum microphyllum oder P. piloselloides ist, beide Arten dürften in der Haltung recht ähnlich sein. Die Angabe „zickig“ im Steckbrief ist u.a. an Anfänger gerichtet, und soll nur sagen dass man ein Auge auf der Pflanze haben sollte bis man sie richtig kennt. Es kommt auch hinzu dass Pyrrosia nicht gut auf Standortänderungen reagiert und evtl. lange braucht um sich an ein (neues) Klima zu gewöhnen.

    Du schreibt dass du den farn seit Jahren hast. Kümmerte er in der Zeit nie, sondern erst kürzlich? Ich hätte erwartet, dass er immer zur kalten Jahreszeit Probleme macht, sofern er nicht im Terrarium gehalten wird.

    Um herauszufinden was die Ursache für das Kümmern sein könnte, müsste man mehr wissen. Blind würde ich jedenfalls schonmal dazu raten: Mehr Licht, am besten eine T5-Leuchtstoffröhre (keine Glühbirne, kein Halogen, kein HQL). Und eine höhere Luftfeuchte. Das bekommt eigentlich allen Farnen gut. Also Terrarienklima, wie du auch gesagt hast.

    Die schonendste Art eine solche Pflanze aufs Aufbinden vorzubereiten wäre m.M. nach:

    Die Pflanze inklusive Substrat aus dem Topf nehmen und in einen Eimer mit handwarmem Wasser legen. Dies 24 Stunden, gerne auch länger. Ist die Pflanze arg geschwächt, evtl. kürzer.
    Danach die Pflanze mit wieder handwarmem Wasser abspülen. Während die Pflanze unter fliessendem Wasser steht, die deutlich zu großen Substratstücke vorsichtig von den Wurzeln „abziehen“. Falls diese Stücke nicht zu hart sind, kann man auch versuchen sie z.B. mit einem Schaschlikspieß aus Holz zu zertrennen/ zerbrechen.

    Du erkennst an den Rhizomen die feinen Rhizoiden, also die Haarwurzeln die aus dem Hauptwurzelstrang wachsen. Von diesen Haarwurzeln so wenig wie möglich beschädigen. Bei Unsicherheit darüber lieber Substratstücke dran lassen. Ein Hauptstrang kann ruhig abbrechen, das wäre auch die bevorzugte Vermehrungsweise (idealerweise mit mind. 3 Blättern pro Teilstück).

    Sollten noch viele Substratstücke übrig bleiben, die Pflanze so auf einen Ast binden, dass das Moos zum Aufbinden über die Stücke, aber nicht über die Rhizome gelegt wird. Und ich würde nur „Moosfetzen“ verwenden, also keine geschlossene Decke.
    Ausserdem den Farn so an einem Ast oder am Xaxim platzieren, dass das Moos nach dem Besprühen zügig wieder abtrocknen kann.

    Wenn die Pflanze aber zur Zeit wirklich nicht gut aussieht, würde ich nicht zu früh aufbinden. Eher den Topf eine Zeit lang im Terrarium stehen lassen, damit die Pflanze sich an das Klima gewöhnt. Bis sie wieder gut austreibt. Die mechanische Belastung durch Terrarientiere so gering wie möglich halten.

    Eine sehr interessante Farnart übrigens. Hast du evtl. Fotos für uns? Ich würde gerne einen Steckbrief darüber schreiben…

    Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen. Halte uns auf dem Laufenden, bitte.

    Und auch alles Gute fürs neue Jahr!

    Grüße,
    Ameise

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