Von: Frank
Am: 15. Oktober, 2011

Taxonomischer Name: Heterodon nasicus

Trivial-Name: Westliche Hakennasennatter; engl.: Western Hognose Snake („Schweinchennase“)

Verbreitung: Südkanada bis Mexiko, North Carolina u.v.a. Gebiete Nordamerika s

Habitat: Prärie oder mäßig feuchte Mischwälder, häufig unweit von Gewässern; Gestrüpp wird in der Nähe als Deckung benötigt, ansonsten halten sich die Tiere auch im offenen Gelände auf

Aussehen: gedrungen, grau-beige Grundfärbung mit braunen, „querförmigen“ Flecken, zum Schwanz hin heller, der Bauch ist dunkel mit hellen Stellen unterbrochen, runde Pupille, praktisch nicht vom Körper abgesetzter Kopf; Mimikry der Zwergklapperschlange (-optische Verwechslung), der Hals ist bei Erregung abgeflacht wie bei einer Kobra, markantestes Merkmal ist die Nasenschaufel

Größe Männchen: 50-60cm Größe Weibchen: 75-90cm

Andere Geschlechtsunterschiede: dickerer, stumpferer und kürzerer Schwanz beim Weibchen, das auch insgesamt korpulenter ist

Beckengröße: ab 85x40x40cm für Eine oder ein Paar; besonders agile Exemplare nutzen aber auch vergleichsweise riesige Grundflächen gut aus. Selbst bei sehr hohen Becken ist eine Verletzungsgefahr durch Sturz praktisch ausgeschlossen, da die Schlange nur sehr wenig klettert.

Beckenart: sog. Steppenterrarium für Bodenbewohner, mit Wurzeln oder Ästen, Zweigen zur Deckung, Öffnung von vorn ist wie für die meisten Schlangen nachdrücklich zu empfehlen! Trockener, grabfähiger oder harter Boden.

Temperatur: 24-35°C, Überwinterung bei 7-10°C für 3 Monate

Luftfeuchtigkeit: 40-70%

Licht: Leuchtstoffröhre kombiniert mit Heizstein, oder Halogenspot

Besonderheiten: Ein idealer Pflegling für Beginner und Fortgeschrittene. Diese Schlange besitzt ein unwirksames Gift, das selbst bei Fröschen und Mäusen praktisch keine Wirkung zeigt („Mückenstichsymtomatik“). Es wird im Kiefer (Zahnfleisch) gebildet und erst beim Kauen -ähnlich Speichel- freigesetzt; jedwelche Verbindung zu den Zähnen existiert nicht. (Einige Wissenschaftler vermuten das „Fehlen von noch einer Million Jahre Evolution“ – hin zum „tödlichen“ Gift). Zur Verteidigung werden Scheinbisse ausgeführt (Achtung: evtl. Gefahr beim Zurückzucken, sich den Arm zu verletzen!), auf die nur der erfahrene Pfleger nicht mehr hereinfällt. Zuvor wird die Schlange den Körper S-förmig zusammenziehen und laut Zischen, der Hals wird dabei abgeflacht wobei das Maul geschlossen bleibt, der Kopf nur leicht angehoben. Echte Bisse kommen extrem selten vor („= Tod des Bluffs…“) und sind wegen der kurzen, harmlosen Zähne wohl nicht wirklich schmerzhaft. Ihre optimale Futtertiergröße ist für Schlangenverhältnisse relativ gering (max. adulte Maus), da sie den Kiefer weniger weit öffnen können, als vergleichbare andere Schlangen. In der Natur bevorzugt die Hakennasennatter Amphibien als Futter. Neben Fröschen und kleinen Echsen als Hauptfutter werden jedoch auch kleine Nager gefressen und sogar Aas (wahrscheinlich sogar Lachs, der saisonal als Abfall von Bären anfällt). Im Terrarium sollten (tote) Mäuse oder Babyratten verfüttert werden. Pflanzen im Terrarium werden in der Regel nicht beschädigt, da die Schlange den Boden nur ungern verläßt und aufgrund ihrer geringen Größe auch kaum „Verwüstungs“potential aufweist, jedoch sollte deren Auswahl auf etwas weniger Feuchtigkeitliebende orientiert sein. Die Vergesellschaftung (eine Ausnahme bei Schlangen!) mit z.B. Rotkehlanolis ist in hohen Terrarien gut möglich, wenn die auf beide Tierarten optimalen Klimaverhältnisse und Strukturen eingestellt werden! Jedoch sollten Hakennasennattern unter sich wegen ihrer anscheinhaften Ungeschicklichkeit (- deshalb auch „Pre-killed“) möglichst getrennt gefüttert werden, um unabsichtliche Verletzungen zu vermeiden. An sich sind die Tiere untereinander höchst verträglich.

Zucht: Nach vorbereitender Überwinterung, Paarung im Frühjahr. Eierlegend. Die Ernährung der Jungtiere ist wegen der geringen Größe allerdings ein kleines Problem: nur frischgeborene Mäuse können gerade noch bewältigt werden. Die seltenen, aber dann häufig extremen Futterverweigerer können zunächst mit frischem Fisch (Fisch, Fischfilet) ernährt werden. Anderenfalls bleibt nur noch die Zwangsfütterung.

Dieser Bericht wurde von dem Mitglied mrbuthidae verfasst und aus unserem Archiv übertragen.

Antworten auf diesen Artikel sind momentan geschlossen.